Tarif – Einigung für den öffentlichen Dienst 2012. Plus 6,3 Prozent bei 24 Monaten Laufzeit.

Potsdam. Die Tarifbeschäftigten im öffentlichen Dienst des Bundes und der Kommunen erhalten ab dem 1. März 2012 3,5 Prozent mehr Lohn. Ab dem 1. Januar 2013 kommen 1,4 Prozent hinzu und ab dem 1. August 2013 noch einmal 1,4 Prozent. Bernhard Witthaut, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei (GdP): „Am Ende der vereinbarten Laufzeit von 24 Monaten steht eine stattliche Einkommenssteigerung von 6,3 Prozent – mit Zinseszins sogar 6,42 Prozent. Das ist ein zufriedenstellendes Ergebnis.“
Erst am späten Freitagnachmittag hatte sich der Durchbruch in dem dreitägigen Verhandlungsmarathon angekündigt.

Nach einer durchverhandelten Nacht ging es in den frühen Morgenstunden am Freitag, 30. März 2012 nonstop weiter.

Noch in der Donnerstagnacht hatten der Verhandlungsführer des Bundes, Bundesinnenminister Friedrich und der Verhandlungsführer der Gewerkschaften des öffentlichen Dienstes, Frank Bsirske den gemeinsamen Willen bekundet, einen Kompromiss zu finden.

 

Die großen Tarifkommissionen der Gewerkschaften setzten sich noch am Freitagabend mit dem Ergebnis auseinander. Die große Tarifkommission der Gewerkschaft der Polizei nahm das Ergebnis einstimmig an.

Kerstin Philipp, stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende und im Geschäftsführenden Bundesvorstand für den Tarifbereich zuständig: „Wir haben es geschafft, die erwarteten Inflationsraten für das laufende und das kommende Jahr auszugleichen und die Reallohnverluste zu stoppen. Der Verzicht auf einen Mindestbetrag fiel uns zwar nicht leicht, aber wir haben ihn durch eine ordentliche lineare Erhöhung kompensiert, so dass auch die Beschäftigten in den unteren Entgeltgruppen eine spürbare Erhöhung erhalten.“ Auch die Übernahme der Auszubildenden sei zufriedenstellend für die jungen Beschäftigten geregelt.

Das Urteil des Bundesarbeitsgerichts zur Altersdiskriminierung war von den Arbeitgebern in die Verhandlungen eingebracht worden. Philipp: „Für die Arbeitgeber gehörte dieser Punkt unverrückbar zum Verhandlungspaket. Wir haben aber das Beste daraus machen können. Diejenigen behalten ihre Ansprüche, die bereits im Jahr 2012 einen 30tägigen Urlaubsanspruch haben. Auch für die über 55jährigen besteht nun ein Urlaubsanspruch von 30 Arbeitstagen. Allen übrigen Beschäftigten werden zukünftig 29 Urlaubstage gewährt.“

GdP-Vorsitzender Bernhard Witthaut: „Das kategorische Nein der Arbeitgeber zur einer sozialen Komponente hat die Verhandlungen von Anfang an stark belastet und den Kompromiss erschwert. Bei einem solchen, unter großen Mühen erzielten Verhandlungsergebnis stellt sich aber immer die Frage, ob ein Erzwingungsstreik in der Lage wäre, ein besseres Resultat zu erzielen. Die Kolleginnen und Kollegen der Großen Tarifkommission in der GdP sind der Auffassung, dass das maximal Erreichbare auch erreicht worden ist. Selbstverständlich gehen alle beteiligten Gewerkschaften davon aus, dass das Tarifergebnis auch für die Beamtinnen und Beamten und Pensionäre übernommen wird.“

 

Zeit Online: Gewerkschaften und Arbeitgeber einigen sich auf kräftiges Lohnplus

Spiegel Online: Ver.di ringt Arbeitgebern satte Lohnerhöhung ab


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5 Kommentare
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  1. Wer rechnen kann und ahnt, wie sich die Inflation in diesen 2 Jahren entwickelt, weiß ganz genau, dass das sehr wohl einen Real- Lohnverlust bedeutet. Man muss nur betrachten, was nach dem Steuerabzug noch übrig bleibt. Gas, Strom , Kraftstoff, usw. Was ist denn günstiger geworden ???? Wo sind die 200,- € Mindestbetrag für die unteren Einkommen geblieben ????? Wundert man sich noch , warum die Unterschiede in den Berufsgruppen immer außeinander drifften ?

  2. 200 Euro würden für die Mehrheit fast 10% bedeuten und das wäre zu teuer.

  3. Kannst mal sehen………. Dem muss man eigentlich nichts mehr hin zu fügen, oder ?

  4. Wieso reden alle immer von 6,3 Prozent? Von 6,3 Prozent kann man nur dann reden, wenn man es gleich bekommt.Wir koennen fur das Jahr 2012 nicht mal von 3,5 Prozent reden.Bei mir sind es ca.80 Euro,muss aber jeden Tag 60 km fahren.Jeder kann sich jetzt ausrechnen (alle Beifahrer koennen die Spritpreise)was mir davon noch uebrig bleibt , b.z.w. was ich drauf zahlen muss.
    DANKE an die Verpackungskuenstler.

  5. Was ist geblieben von der Tarifforderung ?
    + Übernahme aller Auszubildenen
    – 3,5 % bzw. 2,8 % für 24 Monate/ statt 6,5 % für 12 Monate
    – Sockelbetrag 0,00 Euro
    – Urlaubsanspruch wird gekürzt

    Dazu die passende Aussage der stv. GdPBundesvorsitzenden: der Verzicht auf einen Mindestbetrag fiel uns zwar nicht
    leicht, aber wir haben ihn durch eine ordentliche lineare Erhöhung kompensiert, so dass auch die Beschäftigten in den
    unteren Entgeltgruppen eine spürbare Erhöhung erhalten .

    DANKE !!!!!!